Krankenkassen-Report 2025: Stress in Deutschland – Wie stark sind wir belastet?

Der Krankenkassen-Report 2025 zeigt ein klares Bild: Stress ist in Deutschland längst kein Einzelfall mehr, sondern für einen Großteil der Bevölkerung Realität. Besonders die aktuelle Erhebung der Techniker Krankenkasse (TK) macht deutlich, wie sehr Stress das Alltags- und Berufsleben beeinflusst – und welche Faktoren heute stärker belasten als früher.

Stresszahlen auf einem neuen Höhepunkt

Laut dem aktuellen Stressreport der Techniker Krankenkasse fühlen sich 66 Prozent der Menschen in Deutschland häufig oder zumindest manchmal gestresst. Nur rund acht Prozent berichten, gar keinen Stress zu empfinden, während etwa ein Viertel selten Belastungen erlebt.

Der Vergleich zeigt: Stress nimmt seit Jahren zu. Waren 2013 noch 57 Prozent der Menschen häufig oder manchmal gestresst, sind es nun deutlich mehr – ein Hinweis auf wachsende Belastungsdynamiken in unserem Alltag.

Was stresst die Menschen am meisten?

Eine zentrale Frage des Reports lautete: Worauf führen die Befragten ihren Stress zurück? Die Antworten geben interessante Einblicke. Ganz oben stehen:

  • Hohe Erwartungen an sich selbst – viele Menschen setzen sich selbst unter Druck, erfolgreich, leistungsstark und perfekt sein zu wollen.
  • Belastungen durch Schule, Studium oder Beruf – Zeitdruck, Anforderungen und Verantwortlichkeiten spielen eine große Rolle.
  • Politische und gesellschaftliche Probleme – ein relativ neues Stressfeld: Krisen, Konflikte und Unsicherheiten in der Welt werden von vielen direkt als Belastung empfunden.

Letzterer Punkt zeigt etwas Entscheidendes: Stress entsteht nicht nur aus inneren Faktoren oder beruflichen Belastungen. Auch äußere gesellschaftliche und politische Entwicklungen wirken sich direkt auf das subjektive Stressempfinden aus.

Stress wirkt – körperlich und psychisch

Der Krankenkassen-Report verdeutlicht, dass Stress nicht nur ein Gefühl ist. Menschen, die häufig oder manchmal gestresst sind, leiden deutlich öfter unter körperlichen und psychischen Beschwerden als Menschen ohne Stress. Dazu gehören unter anderem:

  • Muskelverspannungen und Rückenschmerzen
  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • Innere Unruhe und Gereiztheit
  • Schlafprobleme

Diese Symptome sind kein Zufall, sondern Ausdruck dessen, wie der Körper auf andauernden Druck reagiert. Stress aktiviert das Nervensystem, setzt Hormone frei und beeinflusst langfristig die körperliche und geistige Gesundheit.

Stress hat viele Gesichter – gesellschaftliche Bedeutung wächst

Ein zentraler Befund des Krankenkassen-Reports ist, dass Stress heute in weitaus mehr Lebensbereichen als früher zu spüren ist. Während früher vor allem Arbeit oder Ausbildung als Stressauslöser genannt wurden, zählen inzwischen auch politische und gesellschaftliche Unsicherheiten zu den Hauptfaktoren.

62 Prozent der Befragten fühlen sich durch internationale Konflikte stark belastet – ein Faktor, der in früheren Reports noch keine so große Rolle spielte. Politische Polarisierung, Klima- oder Sicherheitsangst sind heute ebenfalls Teil des alltäglichen Stresserlebens.

Wie gehen Menschen mit Stress um?

Trotz der Vielzahl an Belastungen zeigen die Befragten auch, wie sie versuchen, Stress zu reduzieren. Häufig genannte Strategien sind:

  • Zeit in der Natur verbringen oder spazieren gehen
  • Hobbys und Freizeitaktivitäten
  • Treffen mit Freunden und Familie
  • Musik hören oder machen
  • Kochen und gemeinsames Essen

Diese Aktivitäten wirken nicht nur kurzfristig entspannend, sondern fördern auch langfristig emotionale Stabilität – ein wichtiger Baustein für Stressbewältigung und Resilienz.

Stress als Gesundheits- und Gesellschaftsthema

Stress ist kein individuelles Problem mehr, sondern ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Der Krankenkassen-Report 2025 zeigt, dass zwei Drittel der Menschen in Deutschland in ihrem Leben Stress erfahren – sei es durch berufliche Anforderungen, innere Ansprüche oder externe Unsicherheiten.

Die gesundheitlichen Folgen sind vielfältig und reichen von körperlichen Beschwerden bis zu psychischer Belastung. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass Stressbewältigung und Resilienz keine Nebensache sind, sondern zentrale Aufgaben für Prävention, Gesundheitsförderung und Alltagsgestaltung.

Wer Stress langfristig reduzieren will, braucht daher nicht nur persönliche Strategien wie Bewegung, soziale Kontakte oder Erholung, sondern auch ein gesellschaftliches Umfeld, das mentale Gesundheit ernst nimmt.

Quelle: Techniker Krankenkasse (TK) (2025). TK-Stressreport 2025 – Wie gestresst ist Deutschland? Ergebnisse einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung. Hamburg: Techniker Krankenkasse.

1080 1350 Neuropsychologie Armgardt